Andalucía. Du hast es richtig ausgesprochen, wenn sich Dein Gegenueber das Gesicht abtupft.
Ich hatte mich im Vorfeld ueberhaupt nicht ueber Andalusien informiert. Ok, Granada, Alhambra, aber mehr auch nicht. Um so ueberraschter bin ich darueber, wie bergig es hier ist. Die Landschaft ist echt toll.
Dass offenbar gesamt Suedspanien eine einzige Monokultur ist, muss man dabei uebersehen. Seit ich nach Andalusien gekommen bin, habe ich nur und wirklich ausschliesslich Olivenbaeume gesehen, bis zum Horizont. Das ist zwar allemal besser, als eine unbewachsene Wueste und gibt einem obendrein das beruhigende Gefuehl, dass es bei spanischem Olivenoel niemals einen Engpass geben wird, aber es ist halt trotzdem eine riesige Monokultur.
Ueberrascht bin ich auch ueber die Preise hier in Spanien, bzw. hier in Andalusien, einerseits bei Lebensmitteln, aber auch bei Benzin. Diesel wird hier fuer 92 ct verschleudert. Das gab es in Deutschland … noch nie, glaub ich, zumindest nicht seit es den Euro gibt.
Andalusien wird dennoch nicht mein Altersruhesitz werden. Ich werde mit dem Land und den Leuten einfach nicht warm. Ok, warm ist es schon. Waehrend ich dies hier schreibe, sitze ich im Schatten meines kleinen Pavillons und erwehre mich der Fliegen. Ich muss demnaechst mal einen Blog ueber mein wichtigsten Tools schreiben. Die elektrische Fliegenklatsche gehoert definitiv dazu.
Ich finde hier einfach keinen Zugang zu den Leuten. Klar, ich spreche kein Spanisch und viele Spanier sprechen nichts anderes. Aber ich komme auch mit der Mentalitaet nicht klar.
„Der Spanier“ … im Allgemeinen hasse ich ja Verallgemeinerungen … aeh … ja … also „der Spanier“ … Autofahren in Spanien. Ich hab die Regeln nicht gemacht. Wenn da steht „60“ fahr ich 60. „Der Spanier“ faehrt ja gern oekonomisch und damit dann auch oekologisch. Er faehrt also bis auf Schwanzlaenge auf, zuckt dann hinter einem hin und her, wohl um den besten Windschatten zu finden. Nach dem Ueberholverbot hat er dann genug Benzin eingespart, um einen ueberholen zu koennen.
Motorradfahren ist hier wie Fahrradkurier in Hamburg. Ein Motorradfahrer faehrt vor mir her, davor ein Linienbus. Die Strasse ist exakt so breit wie der Bus. Ampel rot, Bus haelt an. Motorrad muss also auf den Fussweg ausweichen, der Mann auf dem Fussweg springt in einen Hauseingang, das Motorrad faehrt an Bus und roter Ampel vorbei. So ist das halt, wenn man es mal eilig hat.
Apropos Autofahren, diese Todesbuckel, mit denen hier – und in Frankreich- die Zebrastreifen erhoeht werden, haben diverse Male dazu gefuehrt, dass der Anhaenger einen Freudensprung gemacht hat. Im Anhaenger transportiere ich die Kuehlbox und in der Kuehlbox die Eier. Auch wenn die Eier nicht kaputt gegangen sind, hatte ich mehrere Eier, bei denen Eiweiss und Eigelb vermischt waren. Hü-hüpf.
„Der Spanier“ ist auch ein sehr geselliger Mensch. Wie offenbar schon in der Jugendzeit gelernt, wird nur der gehoert, der am lautesten schreit. Diese Erkenntnis zieht sich durch durch den spanischen Alltag und -abend. Ich hab vielleicht nur viel Pech gehabt, aber ich finde das Leben auf spanischen Campingplaetzen echt anstrengend. Vielleicht auch ein Grund, warum ich haeufig die Plaetze wechsle. Auch die Campingplatzinhaber fand ich bisher nur bedingt freundlich. Die drei Ausnahmen, die mir da einfallen, waren zwei hollaendisch- und ein englisch-gefuehrter Camper.
Tja, naja, gibt halt immer was zu meckern. Im Moment bin ich froh, dass das bloekende Radio von der Parzelle gegenueber gerade ruhig ist. Mal schauen wie lange. Ah…. ok, der Kollege daneben springt ein, AC/DC, immerhin.
Morgen gehts weiter Richtung Granada. Dann ist auch das Wochenende rum und alles wird besser. 🙂
