Kaiserwetter zu Ostern? Wenn man das nicht ausnutzt, aergert man sich nachher. Also angespannt und ab in die alte Heimat, nach Duisburg und dann mal schauen, was man sich anguckt.
Ich hatte schon Horrorvorstellungen von nicht enden-wollenden Osterstaus, aber nach dem Feierabendwahnsinn in Hamburg ging es ganz gut. Und wer faehrt schon ueber Ostern Richtung Ruhrgebiet? 🙂
Kevelaer
An Karfreitag in einen Wallfahrtsort, ob das mal gut geht? Ja, ging sogar sehr gut, nix los in Kevelaer, zumindest noch nicht. Mag sein, dass die Pilgerscharen noch unterwegs waren, aber am spaeten Vormittag war noch totes Hoeschen.
Gnadenkapelle, Kerzenkapelle, Eisdiele. Tourikram.
Boondocking
Fuer die Nacht hab ich mir dann einen ruhigen Platz zum Uebernachten gesucht und gefunden : einen kleinen Radwanderparkplatz zwischen Oberhausen und Huenxe, direkt am Rotbach. Bei Tageslicht kurz sondieren, nicht uebermaessig viele Kippen, keine leeren Flaschen, keine Reifenspuren, die auf Beschleunigungsorgien hindeuten. Links ein Feld, rechts der Rotbach, dahinter auch ein Feld, kein Durchgangsverkehr vom Wanderweg am Rotbach mal abgesehen. Top.
Nach der Inspektion erstmal wieder weg und gegen Sonnenuntergang zurueck zum designierten Uebernachtungsplatz. Wenn die Sonne verschwunden ist, verschwinden auch die Wanderer und man kann in Ruhe das Dachzelt hochklappen. Hach, sehr gut, endlich mal wieder im Freien uebernachten. Ein bissel Netflix, besser gehts nicht.
Naja, bis um halb vier. Da hab ich dann Besuch bekommen von zwei PKW nebst Technogeboeller, auf dem Weg von einer Location zur naechsten, vermute ich. Die Kids haben offenbar nicht gepeilt, was das fuer ein komischer Koffer auf dem Anhaenger ist. Gottlob haben sie sich nicht allzu lang aufgehalten, 15 min, dann waren sie wieder weg.
Am naechsten Morgen hab ich erstmal gemerkt, dass es doch recht frisch gewesen ist. 5°C laut Anzeige im Auto. Im Dachzelt ist davon zwar nicht viel zu spueren, trotzdem, Fruehstueck bei Muttern ist danach dann doch eine super Sache. 🙂
Gasometer
Was macht man mit dem angebrochenen Tag? Gasometer Oberhausen, immer einen Besuch wert. Diesmal „Der Berg ruft“. Tjoa, joa, ganz gut. Tolle Bilder, beeindruckend. Die Ausstellung als Ganzes wirkt aber ein bissel zusammengestueckelt. Bilder von hier und von dort. Alles sehr schoen, aber ohne roten Faden. Das ueber Kopf aufgehaengte Matterhorn ist ebenfalls beeindruckend, aber perspektivisch verwirrend.
Am Sonntag ging es dann wieder heim, bevor die grosse Rueckreisewelle losschwappt. Hat auch alles gut geklappt, eine kleine Vollsperrung umfahren, ein-zwei kleine Staus, nichts Dolles.
Jeder gegen jeden
Der Wahnsinn auf deutschen Autobahnen bringt mich dennoch nur noch zum Kopfschuetteln. Mit dem Anhaenger bin ich ja gezwungen, langsamer unterwegs zu sein. Ich schau mir dann in Ruhe an, wie sich die Leute gegenseitig den Puls zum Kochen bringen. Draengeln, Blinker links, rechts ueberholen. Als ob man am Ende des Tages eine Siegerurkunde bekaeme. Ein Wahnsinn.
Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich mich zu den entspannten Strassen in Finnland zuruecksehne.



















